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In welchem Ruhrgebiet sind wir hier? Normaler Alltag jedenfalls hat in den Fotografien dieses Kalenders keine oder lediglich indirekte Spuren hinterlassen. Nur die Serie mit den ausdrucksstarken Händen von Handwerkern verweist unmittelbar auf die Lebenswirklichkeit der Menschen in dieser Region. In den anderen Arbeiten geht es um betont subjektive Sichten und konstruierte Welten. Es finden sich Inszenierungen auf allen Ebenen: seien es Dramen mit Dampf, Licht und Finsternis in der Landschaft, verwaiste Areale der Industrie, Orte als Theaterbühnen, Aufführungen vor und hinter den Kulissen; Rollenspieler aller Art, wie etwa die geschminkten Bodybilder, deren vor Anstrengung verzerrte Gesichter an frühere Aufnahmen von Schwerstarbeitern erinnern; unauffällige Angestellte, die durch allerlei Requisiten zu Darstellern werden. In diesem Kontext könnten dann auch real existierende Orte wie der Hindutempel oder die Neubausiedlung Attrappen sein. Die einzigen Bilder von tatsächlicher Arbeit stammen aus China – und im ersten Moment ist man auch hier nicht sicher, ob die Menschen nicht nur für den Fotografen posieren... Dr. Sigrid Schneider Stiftung Ruhr Museum – Fotografie www.ruhrmuseum.de